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Ist der Dow Jones besser als der S&P500?

Inmitten der wochenlangen Börsenturbulenzen haben viele besorgte Anleger die tägliche Entwicklung des Dow Jones Industrial Average wie nie zuvor verfolgt. Doch wo liegen die Unterschiede zum S&P500-Index, und welche der beiden Indizes wird wahrscheinlich besser abschneiden?

Für viele Anleger sind der S&P500 und der Dow Jones Industrial Average austauschbar. Aber sie sind unterschiedlich, und diese Unterschiede sind wichtig.

Was ist der Dow Jones Industrial Average?

Der Dow Jones, auch bekannt als Dow, ist der älteste ununterbrochene US-Marktindex, der 30 bedeutende US-Unternehmen umfasst. In diesem Jahr feierte er sein 126-jähriges Bestehen. Der Index zielt darauf ab, die Gesundheit der US-Wirtschaft zu bewerten, indem er die Unternehmen, die als Motor der US-Wirtschaft gelten, genau im Auge behält. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Unterschiede zwischen dem ikonischen Index und dem S&P500:tabl1-2

Der Index ist ein so genannter "kursgewichteter Durchschnitt", was bedeutet, dass teure Aktien einen größeren Einfluss auf den Indexkurs haben als preiswertere; wenn eine hochpreisige Aktie um 20 % steigt, ist das ein größerer Dollaranstieg als der 20-prozentige Sprung einer billigeren Aktie.

Darüber hinaus war der S&P500 in der Vergangenheit deutlich stärker von Faktoren abhängig, die das Gewinn- und Umsatzwachstum, die Liquidität und die Volatilität beeinflussen. Der Dow, der sich aus großen Blue-Chip-Unternehmen zusammensetzt, ist dagegen stärker von Größe und Dividendenrendite abhängig. Die 10 führenden Unternehmen im S&P 500 und im Dow sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:

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Wann schlägt der S&P500 den Dow?

In der Regel übertrifft der S&P500, der einen höheren Anteil an Technologiewerten aufweist, in der Anfangsphase von Bullenmärkten den Dow. Aufgrund seines wertorientierten und defensiven Charakters scheint der Dow jedoch Stürmen besser standhalten zu können, wenn sie auftreten.

Der Dow-Index bildet seit jeher etablierte Großunternehmen ab, deren Kurse tendenziell weniger volatil sind, was ihn deutlich wertorientierter macht. In den letzten zehn Jahren konnte der aus 30 Unternehmen bestehende Index den breiteren Markt in wachstumsschwachen Zeiten schlagen, darunter in den frühen 2000er Jahren, während der Finanzkrise 2008 und in diesem Jahr, als sich die Anleger über die Folgen der aggressiven Straffung durch die Zentralbanken in aller Welt Sorgen machten.

DJIA.SPX

Wie sieht es heute aus?

Die Märkte hatten einen starken Start in den Monat, eine willkommene Abwechslung zu den Rückgängen im September und im vorangegangenen Quartal. Gute Daten (ISM-Dienstleistungen und Arbeitsplätze), hawkishe Äußerungen der Fed, Nachrichten über OPEC+-Produktionskürzungen und die Aussicht auf negative Gewinne haben es den Bären jedoch ermöglicht, erneut die Kontrolle zu übernehmen.

Angesichts der bereits sehr schwachen Stimmung ist eine periodische Erholung zu erwarten, aber eine gesunde Erholung könnte ein Signal der Fed erfordern, dass sie sich dem Ende ihres Straffungszyklus nähert. Stärkere Arbeits- und Wachstumszahlen werden von den Märkten gut aufgenommen, aber was die Aktienanleger mehr als alles andere brauchen, ist eine endgültige Wende bei den Inflationsdaten.

Dennoch dürfte der Dow in diesem unsicheren Umfeld relativ besser abschneiden als sein Bruder, der S&P500, da er stärker in defensiven und wertorientierten Werten engagiert ist.

Ein weiterer Katalysator, den man im Auge behalten sollte, ist der am Donnerstag in den USA veröffentlichte Verbraucherpreisindex. In Anbetracht der derzeitigen extrem rückläufigen Positionierung und des Marktrückgangs sind die Chancen für einen Short-Squeeze sehr hoch, sollten die Inflationsdaten unter den Schätzungen liegen. Die attraktive Asymmetrie dieses Handels lässt vermuten, dass Händler sehr wahrscheinlich schon am Mittwoch mit der Positionierung beginnen werden.

Schlussfolgerung

Der S&P500 und der Dow Jones Industrial Average sind beides ikonische Indizes mit einer langen und stolzen Geschichte. Ihr ähnliches langfristiges Risiko- und Ertragsprofil könnte Anleger zu der Annahme verleiten, dass sie sich in ihrer Konstruktion und ihren Merkmalen ähneln. Unter der Haube gibt es jedoch eine Reihe von Unterschieden, insbesondere in Bezug auf die Faktoren, die den Index defensiver machen und dafür sorgen, dass er bei Stürmen besser abschneidet.

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